ARTENNE_2
Sa, 14.5.2010
Militärmuseum Schnifis
Interview mit Heinrich Erhart



Kohler Theodor, der die Betreuung des Militärmuseums Schnifis übernommen hat, und Schlatter Helmut von der Artenne Nenzing/Plattform für Kunst und Kultur führten mit Heinrich Erhart über seine Aufbauarbeit des kleinen, regionalen Museums ein Video-Interview.

Erhart_Schnifis

Heinrich Erhart erzählte von den Anfängen seiner Sammlungstätigkeit bzw. die seiner Familien, welche schon in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts zurückreichen, zwei K.u.K. Uniformen seines Onkels Anton Erhart belegen dies in der Sammlung. Heinrich Erhart, selbst Soldat im II. Weltkrieg, in dem er drei Brüder und sein rechtes Bein verloren hatte, schildert im Interview seine Erlebnisse und Erinnerungen aus diesem schrecklichen Krieg, die er keinesfalls verherrlicht wissen will. Im Gegenteil: sein Anliegen ist es, den folgenden Generationen darüber zu berichten, welche Erfahrungen er und die Bevölkerung von Schnifis – exemplarisch für alle anderen in der Region – mit Unterdrückung, Elend, Hunger und Tod während des Krieges machen mussten.

Nach dem Krieg haben dann zahlreiche Schnifner/innen ihm Erinnerungsstücke aus dem Krieg für seine Sammlung überlassen. Besonders interessant dürften unter vielen anderen Dingen persönliche Tagebücher, Feldpostbriefe und Postkarten sein, die erst noch gesichtet und transkribiert werden müssen, um deren Geschichten und persönlichen Erlebnisse der Nachwelt zugänglich zu machen. Dies dürfte hinsichtlich einer Dorfgeschichtsschreibung eventuell interessante Erkenntnisse über diese Zeitepoche hervorbringen. Heinrich Erhart hat schon wertvolle Vorarbeiten zur Inventarisierung geleistet. Eine Aufarbeitung des geschichtlichen Kontextes scheint aber notwendig zu sein, um das Ziel einer vermittelbaren Erinnerungskultur, wie sie Erhart selbst formuliert hat, zu erreichen.

Ab 1986 konnte dann die Sammlung in Form eines kleinen Museums in der VS Schnifis der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Seit dem letzten Umbau der Volksschule mussten die Vitrinen jedoch wieder weichen und lagern nun samt Inhalt in einer Garage.

Im Zuge des Regionalentwicklungsprozesses Walgau wird nun nach einer Lösung, was den Standort dieser Sammlung und zahlreicher anderer Sammlungen betrifft, gesucht. Ziel wird es sein, dass die vielen privaten Sammlungen erfasst, inventarisiert und eventuell gemeinsam verwaltet werden, um damit eine Professionalisierung der Museumsarbeit zu gewährleisten.


Helmut Schlatter


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