ARTENNE_2

TENNEALE 2007


Gräser-Blumen-Blüten

Ausstellung in der artenne
22. Juni - 8. Juli 2007



Mit dieser Ausstellung steht wieder ein Naturthema im Mittelpunkt, das sich im Wesentlichen mit der Artenvielfalt von Gräsern und Blumen in unmittelbarer Umgebung, nämlich dem Nenzinger Himmel, beschäftigt. Nach der Ausstellung „Bergheimat“ 2005, in der unterschiedliche Lebensräume wie Streuewiesen, Magerwiesen, Streuobstwiesen etc. thematiseirt wurden, fokussieren wir mit dieser Ausstellung den Blick auf das Detail, auf unscheinbare Gräser, Blumen und Blüten, die einzeln betrachtet, eine faszinierende Formenvielfalt eröffnen.

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Eingeladen haben wir die Botanikerin Hildegard Schmidt aus Bludenz, die Künstlerin Ruth Rhomberg-Malin aus Dornbirn und den Künstler Werner Casty aus Zürich, ihre Arbeiten zum Thema zu präsentieren.

»Seggen«
Hildegard Schmidt, Bludenz (Botanische Sammlung, Fotografien)

Hildegard Schmidt verbringt jeden Sommer im Nenzinger Himmel und hat schon vor vielen Jahren damit begonnen, die Vielfalt der Pflanzenwelt vor Ort fotografisch fest zu halten. Später kam dann das Interesse an der Botanik, geweckt durch Kurse in der ehemaligen Naturschau Dornbirn, hinzu. Seit 1990 sammelt Hildegard Schmidt Gräser und Blumen im N.H., bestimmt sie unter der Zuhilfenahme des Mikroskops und katalogisiert sie. Auf diese Weise ist eine umfangreiche Sammlung entstanden, welche die Vielfalt der Flora im N.H. dokumentiert und hier erstmals gezeigt wird. Alle, die mit offenen Augen im N.H. unterwegs sind, entdecken nicht nur eine beinahe unbeschreibbare Vielfalt, sondern können sich immer wieder aufs Neue an den kleinen Wundern, welche die Natur hervorbringt, erfreuen. Diese Freude und Faszination ist es auch, die Hildegard Schmidt erfasst hat. Und wenn sie von ihren Endeckungen erzählt und ihr Wissen vermittelt, springt dieser Funke über.

Die hier präsentierten Gräser sind Seggen, eine artenreiche Gattung aus der Familie der Sauergräser. Der Stängel ist schwach bis sehr scharf dreikantig und die Blätter stehen an drei Seiten des Stängels. Blattränder und Stängel können durch sägezahnartige Auswüchse rau, sogar schneidend sein, daher werden sie von Vieh und Wild nicht gerne gefressen und oft als Streu verwendet. Sehr viele Arten kommen in nassen Riedwiesen und Mooren vor, aber auch in Trockenweiden Wäldern und im alpinen Gelände gibt es Seggen. Ausführlichere Informationen kann im Anschluss Hildegard Schmidt geben, es sind auch Bücher aufgelegt und ein Mikroskop steht ebenfalls zur Verfügung.

In der Sammlung von H. Schmidt befinden sich auch ganz seltene Exemplare, die zum Teil vom Aussterben bedroht sind. Der N.H. ist für einige Arten eine der letzten Rückzugsgebiete. Die Artenvielfalt ist besonders dort bedroht, wo extensiv bewirtschaftet wird. Und das betrifft längst nicht mehr ausschließlich Tal-Lagen sondern leider auch Almen. Der Rückgang der Artenvielfalt hat 1992 zu einem Übereinkommen der Vereinten Nationen über die biologische Vielfalt – der so genannten Biodiversität-Konvention – geführt.
Der Begriff „Biodiversität“ wurde 1985 in die wissenschaftliche und politische Diskussion eingeführt. Biodiversität ist die Kurzform für biologische Vielfalt und hat sich im wissenschaftlichen und nichtwissenschaftlichen Gebrauch durchgesetzt.
Biodiversität


»Blüten und Blumen«
Werner Casty, Zürich (Sammlungen, Zeichnungen und Objekte)

Wandern, wachsam sein, sammeln, schauen, ordnen, entdecken, neugierig sein, stapeln, bearbeiten, transformieren, verarbeiten, umsetzen, schaffen: so könnte die Arbeit von Werner Casty kurz und knapp umschrieben werden.
Werner Casty ist Künstler und Kunstpädagoge aus Zürich, ist Mitbegründer und Leiter der Kunstschule Wetzikon bei Zürich. Casty nähert sich dem Thema in unterschiedlichen künstlerischen Arbeitstechniken. Er sammelt und archiviert Blüten, um sie dann als Motivvorlage für seine Zeichnungen und Objekte heranzuziehen. Aber auch die Vorlagen aus der Natur sind faszinierende Objekte, „Ready-mades“ von der Natur hervorgebracht, vielfach wiederholt und doch jedes für sich ein Unikat.

In dieser Ausstellung zeigt Casty Blumen und Pflanzen, die er über einen Zeitraum von ca. 15 Jahren gesammelt hat. Diese Naturobjekte sind dann Ausgangspunkt für „Verarbeitungen und Umsetzungen“ – wie Casty seinen Arbeitsprozess nennt. Die von den Fundstücken inspirierten Zeichnungen, Bilder, Radierungen, Bücher, Objekte, sind im Laufe der Jahre parallel dazu entstanden.

Treibende Kraft dazu war die Faszination des Alltäglichen, Nebensächlichen, Unbedeutenden. Ein Blumenstrauss als Ganzes springt ins Auge, eine einzelne getrocknete Blume wird unwichtig, stört das Gesamtbild, wird entfernt. Einmal den Blick auf dieses eher Störende gerichtet, gewinnt dieser unscheinbare Gegenstand an Aussagekraft, Einzigartigkeit, wird zum Unikat. Vergleicht man zum Beispiel ein getrocknetes Gänseblümchen mit anderen, so wird schnell klar, dass ein zweites Gleiches nicht existiert.

Da es sich um eine Langzeitarbeit handelt, entsteht noch etwas Neues. Mit den in diesem Zeitraum entstandenen Werken geschieht das Gleiche wie mit dem Sammelgut auch. Nicht nur die gesammelten Pflanzen häufen sich an, sondern auch die Werke. So werden Sammelgut und Werke in der Ausstellung in gleicher Weise behandelt: Einzeln präsentiert, als Unikate, und gestapelt, als Zeugen von Zeit und Arbeit.
Die Betrachterin hat dadurch zwei Möglichkeiten. Sie kann durch den Raum gehen und einen Gesamteindruck bekommen, und oder sich die Zeit nehmen und sich auf das Einzelne einlassen.

»Das Gras träumt vom Durchbruch«
Ruth Rhomberg-Malin, Dornbirn (Zeichnungen, Eitempera)

Ruth Rhomberg-Malin, freischaffende Künstlerin aus Dornbirn, nähert sich diesem Thema auf eine ganz andere Weise. Ausgangspunkt ihrer Arbeiten sind meist Assoziationen und sie spielt mit Wörtern und Begriffen. Ein zentrales Thema ihrer Arbeit überschreibt sie mit „Bitume nimmt überhand“. Bitume steht hier als Synonym für Beton, Teer, Plastik, Künstlichkeit. Auf diese Entwicklung weist sie bereits vor dem Gebäude auf dem Rasen hin.
Die drei Gras-Kreise symbolisieren die ungezähmte Natur. Einerseits wird sie immer mehr zurückgedrängt, zu betoniert und andererseits auch damit begehrenswerter und vor Zutritten geschützt. Erlaubt ist jedoch im Gegensatz dazu das Betreten der Betonblume. Es sind Anspielungen auf die Verstädterung und die Urbanisierung, der Mensch zieht sich immer mehr von der Natur zurück, hat keinen Bezug mehr zu ihr, lebt und arbeitet nicht mehr im Einklang mit ihr. Das alles registriert Ruth Rhomberg-Malin, sie zeigt auf, spiegelt es.

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Die künstliche Umwelt spiegelt sich dann auch in den Bildern und Objekten in der Ausstellung. Dem Kunstrasen werden Zeichnungen und gestische Malereien gegenübergesetzt.
In den gestischen Tuschemalereien, eine Anlehnung an die chinesische Pinselmalerei oder den Tachismus der 50er Jahre, spürt Ruth Rhomberg-Malin den verschiedenen Erscheinungsformen von Gräsern und Grasflächen nach. Einmal sind es Halme, die sich in schneebedeckten Winterlandschaften behaupten, ein anderes Mal sind es Heumaden, die sich wie Wogen in der Landschaft aufbäumen und dann wieder sind es vom Wind und Sturm gebeutelte und zerzauste Flächen, die sich der lieblichen Vorstellung beim Gedanken an Gräser entgegenstellen. Das einzelne Gras ist gleichsam der Strich in der Zeichnung, die Pinselspuren – zart und kräftig – spiegeln Ordnung und Chaos zugleich.

Vernissage-Rede
Helmut Schlatter

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Bilder der Exkursion

Bilder der Eröffnung






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